Indiaca: Brasilianischer Spielspaß auf europäischen Campingplätzen
Es schien ein gut dressierter Vogel zu sein, der am Strand der Copacabana hin- und herflog: Zwei Jugendliche spielten mit ihm - aber dann sah Karlhans Krohn ihren Federball, so groß wie eine Hand. „Peteka“ nennt man ihn in Brasilien, einen mit Sägemehl gefüllten Lederbeutel, der mit bunten Federn versehen ist. Krohn war begeistert – und brachte die Idee 1936 nach Deutschland. Der Leiter einer Kölner Sportschule verbesserte die Flugeigenschaften des Federballs und gab ihm einen neuen Namen: „Indiaca“, eine Kombination aus den Worten „Indianer“ und „Peteka“. Inzwischen hat das Spiel vom Deutschen Sportbund zweimal die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ erhalten – und im deutschen Indiaca-Verband sind 20.000 Spieler organisiert.
Das Spiel
Wie wird „Indiaca“ gespielt? Zwischen zwei Mannschaften steht ein Netz, jeweils fünf Spieler sind an einem Match beteiligt. Das „Indiaca“ wird mit der flachen Hand über das Netz gespielt, es muss sofort zurückgeschlagen werden und darf nicht auf den Boden fallen. Passiert das trotzdem, erhält die gegnerische Mannschaft einen Punkt. Gewonnen hat, wer zuerst 25 Punkte erreicht. „Indiaca“ kann man aber auch zu zweit spielen oder im Kreis, ganz ohne Punktezählen.
Wie bastelt man ein „Indiaca“?
Diese Werkzeuge werden gebraucht:
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Kleiner Teller als Vorlage
- Schere
- Stift oder Schneiderkreide
- Durchschläger, Hammer (auch ein großer Stein ist möglich oder eine Lederlochzange)
- Nadel
- Eine Dose oder Tasse mit kochendem Wasser
Dieses Material wird gebraucht:
- Fensterleder, Ledermusterstücke aus einem Möbelladen oder Stoffreste in Tellergröße
- Paketschnur und Zahnseide
- Große Perle oder Kiefernzapfen
- Etwa vier große Gänsefedern (Gefiederfedern, keine Schwungfedern)
Bauanleitung:
1.) Das Leder breitet man aus, der Teller wird als Vorlage aufgelegt. Mit einem Stift oder einer Kreide überträgt man den Umriss des Tellers auf das Leder. Dann schneidet man ein rundes Stück aus.
2.) Aus dem Baumarkt nimmt man einen Durchschläger, um mit Hilfe eines Hammers Löcher in das Leder zu stanzen. Der Abstand der Löcher sollte etwa zwei Zentimeter betragen. Die Paketschnur wird durch diese Löcher gefädelt.
3.) Der Schaft der Federn soll weich sein, weil sonst der Kiel reißen kann. Dazu stellt man die Federn in das heiße Wasser. Dann fädelt man die Zahnseide in die Nadel ein, zieht sie mit ihr durch die Federkiele und knotet sie zu. Es wird noch eine dicke Perle oder der Kiefernzapfen aufgefädelt und ein weiterer Knoten gemacht.
4.) Zusammen mit den Lederresten als Füllmaterial kommt das Federbündel in den Lederbeutel, der mit der Paketschnur fest zugezogen und verknotet wird. Dabei muss die Perle bzw. der Zapfen im Beutel sein, wodurch verhindert wird, dass die Federn herausfliegen.
5.) Der Spielspaß auf dem Campingplatz kann beginnen – ein Stück Copacabana mitten in Europa.