Elektroräder: Steigungen werden zum Kinderspiel
Mehr als 10 Millionen Stück wurden 2006 in Japan und China verkauft, in Europa ist die Technik aber fast unbekannt: Nur 30-40.000 Käufer interessierten sich für ein Fahrrad, das Steigungen zu einem Kinderspiel macht. Die Rede ist von Elektrorädern (E-Bikes), die in Asien schon ein Statussymbol geworden sind. Sie machen Schluss mit pfeifendem Atem, wenn es einen Berg hinaufgeht: Ein Elektromotor verstärkt am Fahrrad die natürliche Kraft des Radlers, mit doppelter Energie kann er steile Auffahrten bewältigen. Ein attraktives Angebot für jeden Campingplatz: Gäste können mit E-Bikes leichter die Umgebung erkunden, durch die innovative Technik kann man sich von Mitbewerbern abheben und einen Wettbewerbsvorteil realisieren. Elektroräder sind aber auch eine gute Ergänzung des eigenen Fahrzeugbestandes, Mitarbeiter können sie für Erledigungen im näheren Umkreis nutzen.
Was unterscheidet ein Elektrorad von einem normalen Fahrrad? Natürlich der Motor: Er ist in das Vorder- oder Hinterrad eingebaut, wenn es sich um einen „Radnabenmotor“ handelt. Er kann aber auch eines der Räder über einen Zahnriemen, eine Kette oder ein Getriebe antreiben. Dieser Motor wird über einen Drehgriff am Lenker gesteuert, der mit einem Steuerungsgerät verbunden ist, das eine Vielzahl von Funktionen aufweist: Es überwacht die Spannung in den Akkus, kontrolliert die Temperatur und Drehzahl des Motors und regelt seine Stromversorgung. Mit dem Drehgriff lässt sich einstellen, wie stark der Motor die Muskelkraft unterstützen soll.
Eine weitere wichtige Komponente ist der Akku: Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Ausführungen zum Einsatz, es können zum Beispiel Akkuzellen auf NickelMetallhydrid- oder NickelCadmium-Basis sein (Spannung: 12-36 Volt, Kapazität: 4-25 Amperestunden). Der NickelCadmium-Akku wird schon häufig für Elektrofahrzeuge genutzt, er gilt als sehr robust (bis zu 1.000 Ladezyklen). Der NickelMetallhydrid-Akku ist genauso schwer und groß – weist aber eine deutlich höhere Kapazität auf. Er ist gut geeignet, wenn längere Strecken geplant sind, oder häufig Steigungen zu bewältigen sind. Dafür kostet dieser Akku auch mehr und kommt bei guter Pflege auf nur maximal 500 Ladezyklen.
Der Gesetzgeber unterscheidet bei Elektrorädern zwei Typen:
- Pedelecs/EPAC: Pedelec steht für „pedal electric“, EPAC ist die Abkürzung für “Electric Power Assisted Cycle”. Beide Bezeichnungen werden für ein Fahrrad verwendet, das einen elektrischen Zusatzantrieb hat, der aber nur wirksam ist, wenn in die Pedale getreten wird. Nach einer EU-Richtlinie darf der Motor eines Pedelecs bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h den Radler unterstützen. Es gibt für diese Räder in Deutschland keine Zulassungs-, Versicherungs- oder Helmpflicht.
- Elektromofa: Dieses Fahrrad hat einen elektrischen Zusatzantrieb, der über einen „Gasdrehgriff“ eingeschaltet wird, wobei ein Mittreten nicht notwendig ist. Die motorisierte Höchstgeschwindigkeit hat der Gesetzgeber auf 20 km/h festgelegt, es besteht eine Zulassungs-, Versicherungs- und Führerscheinpflicht.
Ein Beispiel für Elektroräder sind die „Flyer“ der Firma Biketec AG: Diese E-Bikes können Urlauber am Bodensee seit dem Sommer 2007 buchen - „Bodensee Flyer-Tour“ heißt das Projekt, hinter dem auch ECOCAMPING steht. In anderen touristischen Regionen haben sich Elektroräder schon fest etabliert, zum Beispiel im Engadin oder im Tessin. Einen besonderen Aspekt des Elektro-Fahrrades nennt Gianni Mazzeo von der Biketec AG: „Mit dem Elektro-Fahrrad werden neue Gästegruppen erschlossen und der beliebte Fahrrad-Tourismus in der internationalen Bodenseeregion wird weiter gestärkt.“
Elektroräder sind im Urlaub eine spannende Alternative – aber auch die Post hat ihren Wert erkannt: Sie stattet seit einiger Zeit einen Teil ihrer Briefträger mit Elektrorädern aus.