Ökologische Bodenbeläge: Schotterrasen und Rapsasphalt

 

Ein ungebremster Flächenverbrauch: Täglich entstehen in Deutschland auf 100 Hektar neue Gebäude und Straßen. Laut nationaler Nachhaltigkeitsstrategie soll dieser Wert bis 2020 auf 30 Hektar sinken – aber wie? Ein Weg zu diesem Ziel: Bodenflächen sind ökologisch sinnvoll nutzbar zu machen. Dazu lassen sich auch auf einem Campingplatz Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel durch das Anlegen von Schotterrasen: Er besteht aus Schotter und Oberboden, in dem Gräserwuchs möglich ist. Seine ökologische Bedeutung erhält der Schotterrasen, weil eine gewisse Bodenaktivität möglich wird, ein Boden-Luft-Austausch stattfindet und Oberflächenwasser versickern kann. Besonders geeignet ist dieser Rasen für gelegentlich genutzte Stellplätze, Feuerwehrzufahrten und gering belastete Verkehrsflächen – alles Flächen, die auf jedem Campingplatz zu finden sind.

 

Ökonomisch ist der Schotterrasen ebenfalls interessant: In letzter Zeit ist der Bedarf gestiegen, begrünte und belastbare Flächen in offener Bauweise anzulegen. Dabei werden Pflaster, Platten oder Gitter verwendet – ihre Aufgabe ist es, die Tragfähigkeit des Bodens zu sichern, während die Vegetation auf Fugen oder Kammern beschränkt bleibt. Für vielbefahrene Stellplatzflächen wie Wohnmobilstellplätze ist diese offene Bauweise eine gute Methode, die unversiegelte Fläche zu erhalten. Nachteil dieser Beläge: Sie kosten mehr Geld als einfache Bauweisen wie der Schotterrasen. Zu berücksichtigen ist dabei: Dieser Rasen bringt einen gewissen Unterhaltsaufwand mit sich, der sich aber auch bei Fugenpflaster oder Rasengitter ergibt. Oft ist eine Kombination aus beiden Verfahren sinnvoll: Soll eine Fahrgasse angelegt werden, reicht die Belastbarkeit des Schotterrasens nicht aus. Also kann man die Gasse mit Rasenfugenpflaster ausstatten – und die zugehörigen Stellplätze mit Schotterrasen versehen. Feuerwehrwege lassen sich durch Schotterrasen gut in bestehende Gründflächen integrieren, allerdings sind dann Markierungszeichen notwendig.

 

Seine Tragfähigkeit erhält der Schotterrasen durch ein grobkörniges Mineralgemisch, die Trageschicht für die Vegetation sollte je nach Belastungsklasse zwischen 15 und 40 Zentimeter dick sein. Bei den Belastungsklassen 1 bis 4 unterscheidet man zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen (PKW, LKW), den jährlichen Nutzungsfrequenzen, der Häufigkeit des Fahrzeugwechsels und den Standzeiten. Außerdem ist zu klären, ob es sich um eine Standfläche oder Fahrgasse handelt. Entsprechend der Belastungsklasse wird dann der Schotterrasen gestaltet, um einen optimale Haltbarkeit zu erreichen.

 

Ökologische Bodenflächen entstehen nicht nur durch Schotterrasen - ein nachwachsender Rohstoff wie Raps eignet sich auch dazu: Rapsasphalt heißt das neue Produkt aus Österreich. Viehfutter oder Speiseöl werden schon lange aus Raps gewonnen, Biodiesel ist in letzter Zeit hinzugekommen, und auch Dämm- und Kunststoffe werden aus diesem nachwachsenden Rohstoff hergestellt. Inzwischen hat man den Straßenbau als neuen Einsatzbereich entdeckt.

 

Gewöhnlicher Asphalt setzt sich aus Kies oder Splitten sowie Sand und Gesteinsmehl zusammen. Außerdem werden vier bis sechs Prozent Bitumen hinzugemischt, die aus Erdöl hergestellt werden. Soll ein Straßenbelag saniert werden, kann man den Bitumen-Anteil senken. So hat die österreichische Firma Vialit einen Asphalt entwickelt, in dem die üblichen Erdölprodukte durch einen fünfprozentigen Raps-Anteil ersetzt wurden. So werden endliche Ressourcen geschont, der neue Belag ist umweltfreundlicher und erreicht eine viermal höhere Festigkeit als herkömmlicher Asphalt. Der Grund: Das Rapsöl verharzt mit der Zeit. Und ein Sicherheitsaspekt kommt hinzu: Weil die Oberfläche ziemlich rau ist, sinkt die Rutschgefahr. Erste Teststrecken gibt es auch in Deutschland: Etwa 90.000 Quadratmeter bedeckt der Raps-Asphalt bei Ansbach, Dingolfing-Landau und Straubing-Bogen.

 
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