Reinigung – Hygiene ohne Gesundheitsgefahr
Aller guten Dinge sind drei: Um täglich Böden, Fliesen und Waschbecken zu reinigen, reicht ein Neutralreiniger. Geht es um Kalkrückstände und hartnäckige Ablagerungen in den Toiletten, kann man zu einem sauren Reinigungsmittel greifen, zum Beispiel Zitronensäure. Sollen Glasflächen und Spiegel wieder glänzen, ist es sinnvoll, einen alkoholischen Reiniger einzusetzen. Drei verschiedene Arten von Reinigungsmitteln – nach Erfahrung vieler Campingplätze ist das genug, um für Hygiene und Sauberkeit auf der Anlage zu sorgen.
Oft sieht es aber in den Putzkammern ganz anders aus: Weil Sauberkeit ein so wichtiges Thema ist, sammelt sich über die Jahre in gewaltiges Arsenal an Putzmitteln, bei denen auch erfahrene Reinigungskräfte den Überblick verlieren. Doch weniger ist oft mehr – gerade unter ökologischen Gesichtspunkten. Entscheidend ist, wie die Reinigungsmittel eingesetzt werden: Die richtige Wassertemperatur ist zu wählen, die richtige Konzentration zu finden. Dazu gibt es Dosierhilfen, Verdünnungspläne oder automatische Dosiereinrichtungen. Stellt man einen detaillierten Reinigungsplan auf, steigt die Effizienz – genaue Angaben unterstützen die Reinigungskräfte, wenn Sie den Platz sauber halten. Außerdem schont man die Umwelt, wenn die Reinigungsmittel als Konzentrat gekauft werden, und zwar in wiederbefüllbaren Kanistern.
Beim Blick in die Putzkammer zeigt sich: Viele der angehäuften Chemikalien werden nicht gebraucht. Zumal inzwischen optimierte Mikrofaser- oder Nanofaser-Reinigungstücher auf dem Markt sind. Ihre feinen Fasern reduzieren die Oberflächenspannung des Reinigungswassers, zusätzlich lösen sie mechanisch den Schmutz. Sind die Mitarbeiter entsprechend geschult, können sie mit diesen Tüchern effizient arbeiten – und auf einen großen Teil der üblichen Reinigungschemie verzichten.
Reinigung und Hygiene auf Campingplätzen – dazu sollte man sich auch ein paar Gedanken über Waschmaschinen machen: Entscheidet man sich für Profimaschinen, lassen sich der Service verbessern und die Kosten senken. Bei diesen modernen Maschinen wird das Warmwasser direkt eingespült – kombiniert man diese Technik mit einer Solaranlage, verkürzt sich die Waschzeit, was sich auch bei den Kosten bemerkbar macht. Für die Gäste sind Informationen wichtig, die bei den Waschmaschinen aushängen sollten: Welche Härte weist das Wasser auf? Wie wird das Waschmittel richtig dosiert? Besonderer Service für Ihre Gäste: Geben Sie vordosiertes Waschmittel aus, das mit einem entsprechenden Enthärter versehen ist.
Eine weitere Frage: Wie hält man es mit der Desinfektion auf Campingplätzen? Droht Gefahr durch Keime und Bakterien? Dazu stellt Prof. Dr. F. Daschner eindeutig fest: „Auch ohne routinemäßige Desinfektion besteht auf Campingplätzen für Mitarbeiter und Gäste keine erhöhte gesundheitliche Gefahr.“ Daschner ist Direktor des „Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene“ an der Universität Freiburg. Es gibt auch keine gesetzlichen Vorschriften, die eine solche Desinfektion fordern würden. Gerade im sensiblen Toilettenbereich sind Desinfektionsmittel überflüssig: „Noch niemals ist wissenschaftlich belegt worden, dass von WC-Sitzen eine besondere Infektionsgefahr ausgeht“, so Daschner. Daher besteht keine Notwendigkeit, WC-Sitze, Fußböden, Trennwände oder Fliesenböden in Toiletten und Duschen zu desinfizieren. Im Gegenteil: Alle Desinfektionsmittel führten „mehr oder weniger zu Allergien“, zumal sie beim nächsten Putzen als Schadstoffe ins Abwasser gelangen. Für Daschner ist daher völlig klar: „Eine routinemäßige Desinfektion auf Campingplätzen ist nicht nur hygienisch überflüssig und nicht begründbar, sondern potenziell sogar gesundheitsgefährdend.“