Biodiversität – Schmetterlinge und Fledermäuse
Ob Schmetterlinge oder Fledermäuse – viele Tierarten sorgen für ein buntes Leben auf Ihrem Campingplatz. Gerade Kinder lassen sich durch Tiere begeistern. Und die farbenprächtige Schönheit der Schmetterlinge erfreut auch Erwachsene. Wie können Sie diese attraktive Vielfalt fördern?
Biodiversität lautet das Stichwort, was biologische Vielfalt in der Natur bedeutet. Machen Sie Ihren Campingplatz zu einer Oase für Schmetterlinge! Dazu können Sie eine Schmetterlingswiese anlegen: Lassen Sie Ihre Gäste reife Samen von Wildblumen sammeln, die in Ihrer Umgebung wachsen und nicht unter Naturschutz stehen. Es ist auch möglich, Wildpflanzen zu kaufen. Achten Sie aber darauf, dass die Pflanzen aus der Region stammen, und sie kein Züchter verändert hat. Bei der wissenschaftlichen Bezeichnung der Pflanze zeigt oft ein dritter Name, dass es sich um eine Zuchtform handelt. Vor der Aussaat sollte der aufgelockerte Boden etwa eine Woche ruhen; ein guter Zeitpunkt dafür ist der Juni.
Die meisten Wildblumen wachsen am besten auf mageren, nährstoffarmen Böden. Hingegen sind die Wilde Karde (Dipsacus fullonum) und die Königskerze (Verbascum spec.) beliebte Schmetterlingspflanzen, die auf fetten, nährstoffreichen Böden gedeihen. Wollen Sie mit Blumentöpfen Schmetterlinge anlocken, sollten sie auf nektararme Geranien oder andere Exoten verzichten. Denn Schmetterlinge freuen Sie über alle Blumen, die duften. Besonders beliebt sind Wildnelken und die Blüten von Küchenkräutern sowie Brennessel-Pflanzen.
Wie am Tag Schmetterlinge Freude machen, so begeistern Fledermäuse in der Nacht: Sie sind aber in Mitteleuropa selten geworden, weil ihre Lebensräume und Quartiere bedroht sind, etwa durch den Einsatz von Insektiziden. Doch langsam nimmt Ihre Zahl wieder zu, trotzdem stehen rund 30 europäische Arten weiter auf der Roten Liste.
Was können Sie für Fledermäuse auf Ihrem Campingplatz unternehmen? Fledermäuse beziehen gerne ihr Quartier in hohen Bäumen oder auf Dachböden von Wirtschaftsgebäuden. Ihr Besuch ist nicht schlimm: Die Tiere nutzen nur vorhandene Höhlen, die sie nicht erweitern. Daher verursachen sie auch keine Schäden an Dächern. Der anfallende Kot lässt sich leicht beseitigen, etwa durch Kotbrettchen. Er ist trocken, seine Inhaltsstoffe greifen keine Materialien an. Und der Kot ist nützlich: Sie können ihn verwenden, um Balkonpflanzen zu düngen.
Erhalten Sie alte Bäume mit ausgefaulten Höhlen! So bieten Sie den Fledermäusen eine geeignete Behausung. Auch spezielle Nistkästen sind eine gute Lösung. Wichtig dabei: Vor allem in den Winterquartieren muss die Luftfeuchtigkeit hoch genug sein, damit die Tiere nicht austrocknen. Halten die Tiere ihren Winterschlaf, dürfen Sie die Fledermäuse nicht stören. Sonst verbrauchen diese so viel Energie, dass ihre Fettreserven nicht für den ganzen Winter ausreichen.
Nahrungsquellen sind ein weiteres Thema, wenn Sie Fledermäuse schützen wollen: Europäische Fledermäuse fressen Insekten, weshalb sie sich gerne an Gewässern aufhalten. Eine breite Auswahl heimischer Pflanzen ist wichtig, damit sich die Insekten gut ernähren können. In einem „Fledermausgarten“ sollten Sie darauf verzichten, Spritzmittel einzusetzen. Das ist auch gar nicht nötig – Fledermäuse helfen, Schädlinge biologisch zu bekämpfen.