Naturspielplatz – Pflanzen und Wasser
Unter freiem Himmel toben, auf Bäume klettern oder Staudämme in Bächen bauen – das ist das beste Programm für aktive Kinder. Einen Teil dieser Aktivitäten können Sie auf Ihren Campingplatz holen, indem Sie einen Naturspielplatz schaffen. So werden kleine Abenteuer möglich: Aus Erde entstehen Hügel; die Kinder klettern und rutschen auf Steinen. Oder Sie bauen aus Ästen und Laub kleine Hütten. Auf diese Weise fördern Sie auch den Wissens- und Forschungsdrang Ihrer kleinsten Kunden. Ein Naturspielplatz bietet ein natürliches Umfeld – ohne komplizierte Technik, wie sie zum Teil auf konventionellen Spielplätzen üblich ist. Statt komplexer Geräte nutzen Sie die Ressourcen der Natur.
Ein wichtiges Element auf Naturspielplätzen sind Pflanzen, zum Beispiel der Haselnuss-Strauch: Er spendet im Sommer Schatten und gliedert Ihren Spielplatz, wodurch eine gute Atmosphäre entsteht. Für alle Sinne der Kinder hat der Haselnuss-Strauch etwas zu bieten: Wenn seine Blätter rauschen, können sie ihn hören, sein Duft ist deutlich wahrnehmbar. Je nach Jahreszeit erscheint er in einem neuen Licht. Die Kinder können sich in diesen Sträuchern verstecken, aber auch auf ihren Ästen klettern. Nüsse und Blätter sind ein ausgezeichnetes Material zum Spielen. Außerdem bevölkern viele Tiere einen Haselnuss-Strauch. Und: Diese Sträucher wachsen über die Jahre, sie werden größer und immer schöner.
Ein Naturspielplatz stellt hohe Ansprüche an die Bepflanzung, wenn die Kinder sie intensiv in ihr Spiel einbeziehen. So sollten Sträucher wie die Haselnuss mindestens ein bis zwei Meter groß sein, Bäume einen Stammumfang von 14 bis 16 Zentimetern haben. Dann sind diese Pflanzen robust genug, um unter den spielenden Kindern nicht zu leiden. Wenn Sie einen Naturspielplatz anlegen, ist es natürlich sinnvoll, die bestehende Vegetation möglichst zu erhalten. Wollen Sie neue Bäume pflanzen, sollten Sie auf einheimische Sorten zurückgreifen – zum Beispiel Wacholder, Fichten und Kiefern statt Koniferen und Eiben. Giftige Pflanzen haben auf einem Spielplatz nichts verloren; Riesenbärenklau, Pfaffenhütchen, Goldregen, Stechpalme oder Seidelbast stehen auf dem Index. Es gibt aber auch so genannte „Erfahrungspflanzen“: Brenn-Nesseln oder stachlige Brombeeren sollten Sie nicht vermeiden, weil die Kinder durch sie lernen, auch mit unangenehmen Erfahrungen umzugehen.
Wasser übt auf Kinder eine große Faszination aus, es darf als Spielelement auf keinem Naturspielplatz fehlen. Und Wasser ist kostenlos, wenn es als Regen oder Schnee von Dachflächen kommt. Leiten Sie es einfach zum Spielplatz weiter, wo Pfützen mit Matsch ein natürliches Spielumfeld entstehen lassen. Es lohnt sich, eine Zisterne mit Schwengelpumpe zu installieren. Dabei ist zu klären: Wie viel Regen oder Schnee fällt überhaupt? Was ist die ideale Größe der Zisterne? Welche Sickerflächen sind notwendig? Das Überlaufwasser aus der Zisterne wird zu einem Bach, dem Sie einen Weg zum Naturspielplatz bahnen. Die Kinder freuen sich über das Wasser, das versickern oder verdunsten kann. Vielleicht legen Sie auch ein Feuchtbiotop an? Dann lernen die Kinder spielend, wie der Naturhaushalt aus Pflanzen, Tieren, Wasser und Boden funktioniert.
Offene Grabensysteme bieten weitere Möglichkeiten, ein phantasievolles Spiel zu entwickeln: Die Kinder können durch die Gräben laufen, hineinspringen oder an schmalen Stellen hinüberspringen. Brücken lassen sich bauen … der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sie können das Wasser in der Grabensohle sammeln, etwa in einem 50 bis 80 Zentimeter dicken Kiesbett. Dann verdunstet das Wasser kaum – und auch in einem trockenen Sommer bleibt das Wasser lange erhalten.
Natürlich gibt es noch viel mehr Elemente, um einen schönen Naturspielplatz zu gestalten, etwa Steine oder Baumstämme. Aber Pflanzen und Wasser sind besonders wichtig, weil daran die Kinder große Freude haben.
Quelle: Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz, „Wasser und Natur erleben“