Zugangssysteme – moderne Chips statt Münzautomaten
Moderne Zugangs- und Kontrollsysteme sind wichtig, sie kommen auf immer mehr Campingplätzen zum Einsatz: Schranken regeln den Verkehr an der Einfahrt; die Nutzung von Waschmaschinen wird bargeldlos abgerechnet. Diese Aufgaben lassen sich zentral steuern und überwachen – innovative Vernetzungskonzepte machen das möglich.
Beispiel Wohnmobilhafen: Sie stellen Ihren Gästen für begrenzte Zeit ein Ticket aus. Das gibt es in der Rezeption, an einem Automaten oder vor dem Urlaub im Internet. Mit dem Ticket können Ihre Gäste die Schranke öffnen, aber auch die sanitären Anlagen betreten. Ebenfalls denkbar: Das Ticket gewährt Zugriff auf die Strom- und Wasserversorgung. Je nach Campingplatz ist eine individuelle Lösung zu finden: Viele Hersteller bieten komplette Pakete an, manche aber auch Module, die sich kombinieren lassen.
Thema Schranken: Reicht eine aus für die Ein- und Ausfahrt? Oder brauchen Sie je eine Schranke für die Ein- und Ausfahrt? Bei dieser Frage kommt es auf die Größe Ihres Platzes und sein Verkehrsaufkommen an. Wichtig ist auch die Länge des Balkens, der nicht zu kurz sein darf. Der Grund: Große Fahrzeuge wie Wohnmobile, Wohnwagen oder LKWs Ihrer Zulieferer befahren den Campingplatz. Der nächste Aspekt ist die so genannte „Einschaltdauer“ (ED): Sie wird in Prozent angeben – je niedriger die Zahl, desto häufiger braucht die Schranke eine Ruhepause. Welchen Wert die ED haben sollte, hängt vom jeweiligen Verkehrsaufkommen ab: 40 bis 60 Prozent genügen, wenn es um einen wenig frequentierten Parkplatz für Mitarbeiter geht. Im gewerblichen Bereich sollte die ED mindestes bei 70 Prozent liegen – und im Industrie- und Verkehrsbereich sind 100 Prozent notwendig. Und es gibt auch eine ökologische Variante: Einige Hersteller liefern Schranken mit Solarpannel. Diese Systeme sind gut geeignet, wenn das Verkehrsaufkommen niedrig und kein Stromanschluss vorhanden ist. Diese Schranken schaffen im Winter bis zu 30 Öffnungs- und Schließvorgänge pro Tag, im Sommer sind es bis zu 90.
Genauso interessant wie Schranken sind bargeldlose Zugangs- und Abrechnungssysteme. Sie kommen an vielen Stellen auf einem Campingplatz zum Einsatz: Mit Ihnen lässt sich der Zugang zu den Müllcontainern oder dem Standplatz regeln. Ebenso die Nutzung von Gemeinschaftsküchen, Strandbereichen oder Freizeiteinrichtungen. Wo früher klassische Münzgeräte diese Aufgabe hatten, wenden Sie heute bargeldlose Abrechnungssysteme an. Zum Beispiel, um den Verbrauch bei Strom und Wasser zu erfassen. Das geht auch gut bei Duschen, Saunen und Solarien sowie Waschmaschinen. Für ein Internet-Café ist diese Technologie ebenso geeignet. Und: Statt der guten alten Türschlüssel können Sie die elektronische Version für Ferienhäuser und Hütten einsetzen. Wichtig: Ihre Gäste sollen bei den Kosten immer den Durchblick behalten. Daher müssen die Lesegeräte ein Display haben, auf dem der Stand des Guthabens leicht abzulesen ist.
Wie funktionieren diese Abrechnungssysteme? Wenn der Gast bei Ihnen ankommt, statten Sie ihn mit einem „Transponder“ aus. Ihn laden Sie zentral mit dem gewünschten Guthaben, oder Sie programmieren den „Transponder“ entsprechend. Die Aufladestation ist durch einen PIN oder Masterkey geschützt. Es gibt aber auch Systeme mit Automaten, zu denen die Gäste 24 Stunden Zugang haben, um ein neues Guthaben zu laden. Grundlage dieser Systeme sind drahtlos arbeitende Transponder oder Transponderkarten im Scheckkarten-Format. Diese Transponderkarten arbeiten ohne Magnetstreifen; sie sind wie die Transponder einfach zu benutzen, weil sie nicht das Lesegerät berühren müssen. Diese Lesegeräte sind mit dem PC-Netzwerk der Verwaltung verbunden, wobei häufig große Strecken zu überbrücken sind. Da können Sie natürlich Kabel verlegen, es bietet sich aber auch an, andere Übertragungswege zu wählen: Sie übermitteln dann die Daten per Funk (Bluetooth, W-LAN) oder nutzen das Stromnetz (D-LAN, Powerline).
Doch die automatischen Zugangs- und Abrechnungssysteme können noch mehr: Je nach Software ist es möglich, statistische Auswertungen zu erstellen. Sie können aufzeichnen, wie viele Ein- und Ausfahrten stattfinden – und so die Übernachtungszahlen bestimmter Gästegruppen, z.B. der Dauercamper ermitteln.